Die Reisewelt hat sich verschoben. Wer in den letzten Jahren regelmäßig in Dubai abgeabgt hat oder für eine Golfrunde nach Thailand oder Singapur geflogen ist, merkt es gerade deutlich: Die Lage rund um den Iran macht Reisen in die VAE und weite Teile Asiens komplizierter als noch vor zwei Jahren. Und auch die Vereinigten Staaten sind für viele deutsche Reisende aktuell keine entspannte Option mehr.
Was bleibt? Mehr als du vielleicht denkst.
Mexiko, Puerto Rico, die Dominikanische Republik, Jamaika, Costa Rica, Mauritius, Südafrika, Marokko: Weltweit gibt es Golfziele, die spektakuläre Plätze, angenehmes Klima und unkomplizierte Einreise miteinander verbinden. Und einige davon sind noch echte Geheimtipps, bevor der Rest der Golfreise-Community sie entdeckt.
Dieser Überblick zeigt dir, wo es sich lohnt, den Koffer zu packen.
Mexiko: Wenn Traumstrand und Traumplatz zusammen kommen
Mexiko wird bei Golfreisenden aus Europa noch systematisch unterschätzt. Dabei liefert vor allem die Riviera Maya an der Karibikküste eine Kombination, die schwer zu schlagen ist: weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und Golfplätze, die sich sehen lassen können.
Cancún und die Riviera Maya
Rund um Cancún und Playa del Carmen konzentrieren sich einige der besten Resortplätze der Region. Der Moon Spa & Golf Club in Cancún zum Beispiel spielt sich durch tropische Vegetation, mit Wasserhindernissen, die hier keine Strafzone, sondern echte Kulisse sind. Der El Camaleon Golf Club in Mayakoba gehört zu den bekanntesten Plätzen Lateinamerikas. Greg Norman hat ihn entworfen, der PGA Tour macht regelmäßig Station, und wer ihn gespielt hat, vergisst ihn nicht so schnell.
Das Klima im Winter und Frühjahr ist zuverlässig angenehm. Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad, kaum Regen von November bis April, und die Infrastruktur für Reisende ist auf internationalem Niveau.
Los Cabos an der Pazifikküste
Auf der anderen Seite der Halbinsel, an der Spitze Niederkaliforniens, liegt Los Cabos. Hier trifft der Pazifik auf das Meer von Cortez, und die Golfarchitektur nutzt das dramatische Küstengelände konsequent aus. Plätze wie Cabo del Sol Ocean Course oder der Quivira Golf Club von Jack Nicklaus spielen direkt an schroffen Felsklippen über dem Meer. Nichts für schwache Nerven an Abschlag 17, aber unvergesslich.
Los Cabos zieht seit Jahren internationales Publikum an, Direktflüge aus Frankfurt existieren saisonal, und die Resorts der gehobenen Klasse sind gut auf europäische Gäste eingestellt.
Puerto Rico: Karibik mit US-Infrastruktur
Puerto Rico ist kein eigenständiger Staat, sondern ein US-Territorium, aber damit hat sich die Einreise für Deutsche entspannt. Kein Visum, Dollar als Währung, Infrastruktur auf US-Niveau. Gleichzeitig bringt die Insel karibisches Flair mit, das Florida schlicht nicht hat.
Rio Mar und die Nordostküste
Das Wyndham Grand Rio Mar an der Nordostküste ist einer der bekanntesten Golfresorts der Karibik. Zwei Plätze direkt am Regenwald, der Fluss als natürliche Spiellinie, der Ozean im Hintergrund. Der Ocean Course gehört zu den schönsten 18 Loch, die die Karibik zu bieten hat.
Was Puerto Rico von anderen Karibikzielen unterscheidet: Die Golfinfrastruktur ist stabil, gut gepflegt und für internationale Gäste ausgelegt. Es gibt keine Sprachbarriere, keine Währungsumrechnung, und Mietwagen plus Straßennetz funktionieren zuverlässig.
Royal Isabela im Nordwesten
Wer einen Platz sucht, der wirklich besonders ist, fährt in den Nordwesten der Insel zum Royal Isabela Golf Club. Privatclub-Atmosphäre, Klippen über dem Atlantik, keine überlaufene Resort-Umgebung. Für Golfspieler, denen es weniger um den Spa-Bereich und mehr um die Runde geht.
Dominikanische Republik: Karibik-Golf auf Top-Niveau
Die Dominikanische Republik hat in den letzten zwei Jahrzehnten massiv in Golfinfrastruktur investiert. Das Ergebnis ist eine Dichte an guten bis sehr guten Plätzen, die für die Region ungewöhnlich ist.
Punta Cana
Die Ostküste rund um Punta Cana ist das Golf-Epizentrum des Landes. Im Punta Cana Resort & Club spielen allein vier verschiedene Plätze, darunter der Corales Golf Club, der regelmäßig PGA Tour Kuba Stage macht und in diversen Weltranglisten weit oben steht. Tom Fazio hat ihn entworfen, die letzten drei Löcher direkt an der Felsenküste gehören zu den fotografiertesten Schlusslöchern der Karibik.
Direktflüge von mehreren deutschen Städten, All-inclusive-Optionen für Begleiter ohne Golfinteresse, und ganzjährig stabiles Wetter machen Punta Cana zur logistisch unkompliziertesten Option in der gesamten Region.
Casa de Campo in La Romana
Wer lieber in kleinerer Gesellschaft spielt, fährt an die Südküste nach La Romana. Das Casa de Campo Resort gilt vielen als das beste Golfresort der Karibik überhaupt. Der Teeth of the Dog von Pete Dye mit sieben Löchern direkt am Karibischen Meer ist seit Jahrzehnten unter den besten Plätzen der Welt gelistet. Dazu kommen zwei weitere Plätze auf dem weitläufigen Areal.
Jamaica: Natürliche Dramatik statt Hochglanz-Resort
Jamaika wird im Golf-Kontext oft vergessen, zu Unrecht. Die Insel hat zwei Plätze, die sich wirklich von der Standard-Karibik-Kulisse abheben.
Half Moon Golf Club in Montego Bay
Der Half Moon Golf Club auf der Nordküste ist ein klassischer Resort-Platz mit langer Geschichte. Robert Trent Jones Sr. hat ihn angelegt, die Qualität ist solide, und die direkte Meereslage sorgt für ständige Brise. Montego Bay ist gut erreichbar, die Nordküste touristisch erschlossen, und wer Jamaika als Kulturerlebnis jenseits der Golfanlage erleben möchte, ist hier richtig aufgehoben.
Costa Rica: Golf im Regenwald
Costa Rica ist eigentlich als Öko-Reiseziel bekannt, aber die Golfszene wächst. Für Spieler, die eine Runde Golf mit echtem Natur-Erlebnis verbinden wollen, ist das Land eine ernsthafte Option.
Los Sueños Marriott
An der Pazifikküste nahe Jacó liegt das Los Sueños Marriott Ocean & Golf Resort mit einem Platz, der durch tropischen Regenwald und an den Hängen mit Blick auf den Pazifik führt. Affen und Tukane gehören hier zur normalen Fauna auf dem Fairway, was den Spielfluss gelegentlich unterbricht, den Erinnerungswert aber deutlich erhöht.
Costa Rica ist Direktflug-erreichbar, politisch stabil, und als Reiseziel für Deutsche gut bekannt und beliebt.
Mauritius: Indischer Ozean mit Weltklasse-Plätzen
Wer nicht in die Karibik will und trotzdem Insel-Golf auf höchstem Niveau sucht, fliegt auf Mauritius. Die Insel im Indischen Ozean hat sich in den letzten Jahren zu einem ernsthaften Golf-Ziel entwickelt, das selbst ambitionierte Spieler zufriedenstellt.
Paradis Golf Club und Heritage Golf Club
Der Paradis Golf Club im Südwesten der Insel spielt mit Blick auf Lagune und Berge, der Heritage Golf Club im Südosten gilt als einer der besten Plätze des gesamten afrikanischen Kontinents. Lynx Group hat ihn als Par-72-Meisterschaftsplatz angelegt, der WGC-Belair Course des Heritage Le Telfair-Resorts liefert echte Herausforderung.
Mauritius bietet zudem eine Kombination aus Luxusresort, multikulturellem Ambiente und unkomplizierter Einreise für EU-Bürger. Flugzeit ab Frankfurt liegt bei rund elf Stunden.
Marokko: Golf direkt vor der Haustür
Für alle, die keine zwölf Stunden im Flieger sitzen wollen, ist Marokko der unterschätzte Geheimtipp. Vier Stunden von Frankfurt, keine Zeitzonenprobleme von Bedeutung, und die Golfinfrastruktur rund um Marrakesch und Agadir ist beeindruckend gut.
Marrakesch
In und um Marrakesch gibt es über ein Dutzend Golfplätze, viele davon in gepflegtem Zustand mit guten Resort-Anbindungen. Der Royal Golf Marrakech ist der älteste des Landes, der Amelkis Golf Club zählt mit drei Neun-Loch-Routen und Atlasgebirge als Kulisse zu den schönsten. Greg Norman hat auch hier seine Handschrift hinterlassen.
Das Klima von Oktober bis April ist ideal für Golf, die Kombination aus Platzrunde und Medina-Besuch in Marrakesch macht die Reise zum Mehrwert.
Agadir
Agadir richtet sich eher an Paare und Familien, bei denen nicht alle Golf spielen. Strandurlaub trifft hier auf solide Golfinfrastruktur, die Preise liegen deutlich unter dem Karibik-Niveau, und der Flug ist so kurz, dass ein verlängertes Wochenende schon reicht.
Südafrika: Das große Kaliber
Wenn Budget und Reisezeit keine Beschränkung sind, ist Südafrika die vielleicht beeindruckendste Option auf dieser Liste. Das Land bietet einige der besten Golfplätze weltweit, und das in einer Landschaft, die Europa nichts Vergleichbares entgegenzusetzen hat.
Fancourt an der Garden Route
Das Fancourt Hotel & Country Club Estate nahe George an der Garden Route ist das bekannteste Golfresort des Landes. Vier Plätze, darunter der Montagu Course und der Links, letzterer regelmäßig unter den Top 100 der Welt gelistet. Gary Player hat mehrere Plätze hier mitgestaltet.
Leopard Creek und Umgebung
Nahe dem Kruger Nationalpark liegt Leopard Creek, ein Privatclub, der als schönster Platz Afrikas gilt. Krokodile im Teich an Loch 13 sind keine touristische Inszenierung, sondern Realität. Wer Golfreise und Safari verbinden will, findet hier die logische Basis.
Südafrika ist für Deutschen visa-frei, die Flugzeiten liegen bei elf bis dreizehn Stunden, und der Kurs des südafrikanischen Rand macht Reisen aktuell erschwinglich.
Fazit: Die Welt ist größer als Dubai und Phuket
Die aktuelle Lage zwingt zum Umdenken, was bei näherer Betrachtung gar kein Nachteil ist. Viele der Ziele auf dieser Liste sind seit Jahren bekannt, werden aber von deutschen Golfreisenden noch nicht in dem Maße gebucht, wie sie es verdienen.
Mexiko und die Karibik bieten einen Mix aus Klimasicherheit, Platzqualität und Reisekomfort, der mit den klassischen Zielen problemlos mithalten kann. Mauritius und Südafrika setzen die Latte golfarchitektonisch sogar noch höher. Und Marokko ist für alle, die nicht weit fliegen wollen, die vernünftigste Alternative, die es gibt.
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